OCPP-Standards-Hub: OCPP 2.0.1 & 2.1 erklärt | Leitfaden zum Laden von Elektrofahrzeugen

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Autoritative Quellen und Referenzen

Die technischen Erläuterungen, Funktionsvergleiche und zukunftsweisenden Einschätzungen in diesem OCPP-Standards-Hub basieren auf öffentlich zugänglichen, maßgeblichen Branchenquellen. Kernprotokolldefinitionen, Versionshistorien und Funktionsumfänge für OCPP 2.0.1 und OCPP 2.1 stammen aus der offiziellen Dokumentation der Open Charge Alliance (OCA), der globalen Standardisierungsorganisation, die für die Pflege der OCPP-Spezifikation verantwortlich ist. Analyse der ISO 15118-IntegrationDie Plattform, einschließlich der Aktivierung von Plug & Charge, der Zertifikatsverwaltung und der Koordination zwischen Ladegerät und Backend, basiert auf technischen Dokumenten der OCA, die die Interaktionen zwischen OCPP und ISO 15118 detailliert beschreiben, sowie auf von CharIN veröffentlichten Materialien zu Interoperabilitäts- und Konformitätstests. Diese Quellen gewährleisten, dass die Plattform sowohl formale Standarddefinitionen als auch praktische Einsatzrealitäten widerspiegelt und den EEAT-Prinzipien Expertise, Autorität und Vertrauenswürdigkeit entspricht.

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Diese Seite dient als zentrale Wissensplattform für OCPP-Standards und behandelt OCPP 2.0.1, OCPP 2.1 sowie deren Beziehung zu ISO 15118Es behandelt Sicherheitsanforderungen und die zukünftige Integration von Elektrofahrzeugen in das Stromnetz. Es richtet sich an Betreiber von Ladeinfrastruktur, Hersteller, Systemintegratoren und Entscheidungsträger, die eine langfristige Referenz und nicht nur einen Versionsvergleich suchen.

1. Was ist OCPP und warum ist es ab 2026 wichtig?

Das Open Charge Point Protocol (OCPP) ist der globale Kommunikationsstandard, der es Ladestationen für Elektrofahrzeuge ermöglicht, mit einem zentralen Managementsystem (CSMS) zu kommunizieren. Vereinfacht ausgedrückt definiert OCPP, wie Ladegeräte mit Backend-Plattformen für Autorisierung, Überwachung, Abrechnung, Diagnose und Steuerung kommunizieren.

Mit zunehmender Marktreife der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge ist OCPP kein optionales Feature mehr. Ab 2025 fordern viele öffentliche und kommerzielle Ladeprojekte – insbesondere in Europa – die Einhaltung von OCPP 2.0.1 explizit in ihren Ausschreibungen. Ladegeräte, die auf ältere Versionen wie OCPP 1.6 beschränkt sind, laufen Gefahr, von zukunftssicheren Projekten ausgeschlossen zu werden.

OCPP 2.0.1 und OCPP 2.1 stellen einen grundlegenden Wandel von der einfachen Konnektivität hin zu einer sicheren, intelligenten und netzintegrierten Ladeinfrastruktur dar.

2. OCPP-Versionsübersicht: 1.6 vs. 2.0.1 vs. 2.1

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Bild von Open Charge Alliance (OCA)

OCPP 1.6 ist zwar noch weit verbreitet, wurde aber für eine frühere Phase des Marktes für Elektrofahrzeuge entwickelt. 2.0.1 Behebt Einschränkungen in den Bereichen Sicherheit, intelligentes Laden und Interoperabilität mit modernen Elektrofahrzeug- und Energiestandards.

BesonderheitOCPP 1.6OCPP 2.0.1OCPP 2.1
ISO 15118-UnterstützungNEINJaJa (Erweitert)
SicherheitsarchitekturBasicFortschrittlichFortgeschritten+
Intelligentes LadenBeschränktVollGitterorientiert
GeräteverwaltungBeschränktUmfassendErweitert
V2G-BereitschaftNEINTeilweiseJa

Für die meisten Betreiber stellt OCPP 2.0.1 heute die neue Basislinie dar, während OCPP 2.1 darauf ausgelegt ist, die nächste Phase der Integration von Elektrofahrzeugen und Energiesystemen zu unterstützen.

3. OCPP 2.0.1 und ISO 15118Wie sie zusammenarbeiten

Ein häufiges Missverständnis in der Branche besteht darin, OCPP und ISO 15118 als konkurrierende Normen zu betrachten. In Wirklichkeit decken sie unterschiedliche Kommunikationsebenen ab:

  • ISO 15118 Regelt die Kommunikation zwischen dem Elektrofahrzeug und der Ladestation.
  • OCPP Regelt die Kommunikation zwischen der Ladestation und der Backend-Plattform.

In OCPP 2.0.1 ermöglicht die native Unterstützung von ISO 15118 erweiterte Anwendungsfälle wie Plug & Charge, Zertifikatsverwaltung und sichere Autorisierungsabläufe. Während ISO 15118 die Fahrzeugauthentifizierung und die Aushandlung von Ladevorgängen übernimmt, stellt OCPP 2.0.1 sicher, dass diese Prozesse im Backend korrekt gemeldet, autorisiert und abgerechnet werden.

Technischer Einblick: Die „Brücke“ für Plug & Charge (PnC)

ISO 15118 regelt den „Handshake“ zwischen Elektrofahrzeug und Ladegerät, kann aber weder die Kreditwürdigkeit des Nutzers noch die Echtheit des Vertrags in Echtzeit überprüfen. Hier fungiert OCPP 2.0.1 als unverzichtbarer „Übersetzer“. Durch die Bereitstellung nativer Nachrichten (wie z. B. GetCertificateStatusRequest) verpackt und transportiert es Elektrofahrzeugzertifikate sicher an die V2G-Root-CA. Ohne diesen standardisierten Kanal bliebe „Plug & Charge“ fragmentiert und würde weiterhin auf herstellerspezifischen Workarounds basieren.

Ohne OCPP 2.0.1 können viele Funktionen der ISO 15118 in realen kommerziellen Anwendungen nicht vollständig genutzt werden.

4. Sicherheitsverbesserungen in OCPP 2.0.1

Sicherheit ist eine der wichtigsten Neuerungen in OCPP 2.0.1. Anstelle inkrementeller Verbesserungen führt OCPP 2.0.1 ein neu gestaltetes Sicherheitsmodell ein, das den Anforderungen moderner IT und kritischer Infrastrukturen entspricht. Zu den wichtigsten Sicherheitsverbesserungen gehören:

  • Obligatorische Nutzung sicherer TLS-Kommunikation
  • Rollenbasierte Zugriffskontrolle
  • Sichere Firmware- und Konfigurationsverwaltung
  • Ereignisgesteuerte Sicherheitsbenachrichtigungen

Technischer Einblick: Absicherung kritischer Infrastrukturen

OCPP 2.0.1 erzwingt Sicherheitsprofile, die eine Zwei-Parteien-TLS-Verschlüsselung vorschreiben und damit die optionale oder unverschlüsselte Kommunikation älterer Versionen ablösen. Jeder Station wird ein eindeutiger Hardware-„Fingerabdruck“ zugewiesen. Kann ein Gerät seine Identität nicht nachweisen, verweigert das CSMS die Verbindung. Dadurch werden Man-in-the-Middle-Angriffe wirksam verhindert und die Widerstandsfähigkeit des Ladenetzwerks – das nun Teil der nationalen kritischen Infrastruktur ist – gegen großflächige Cyberbedrohungen sichergestellt.

Diese Funktionen werden zunehmend von Regulierungsbehörden, Energieversorgern und öffentlichen Stellen gefordert. In vielen Märkten wird die Einhaltung von Sicherheitsstandards mittlerweile zusammen mit der elektrischen Sicherheit bewertet. OCPP 2.0.1 ist daher nicht nur eine funktionale Verbesserung, sondern eine sicherheitsorientierte Neugestaltung.

5. Was ist neu in OCPP 2.1?

OCPP 2.1 baut auf OCPP 2.0.1 auf und führt Verbesserungen ein, die auf die Integration in Energiesysteme und zukünftige Ladeszenarien abzielen. Zu den wichtigsten Verbesserungen gehören:

  • Verbesserte intelligente Ladelogik für die Netzinteraktion
  • Verbesserte Unterstützung für bidirektionales Laden (V2G, V2H, V2B)
  • Bessere Ausrichtung auf zukünftige Standards wie IEC 63110
  • Erweiterte Geräte- und Energiemanagementfunktionen

OCPP 2.1 ist nicht nur für Ladeinfrastrukturnetze für Elektrofahrzeuge konzipiert, sondern auch für Ladeinfrastrukturen, die mit dezentralen Energiequellen (DERs), Energiemanagementsystemen und Versorgungsplattformen interagieren.

6. Sollten Sie OCPP 2.0.1 oder OCPP 2.1 wählen?

Die Wahl zwischen OCPP 2.0.1 und OCPP 2.1 hängt vom Projektumfang und dem Zeitplan für die Implementierung ab.

  • Öffentliche Ladenetze und kurzfristige Projekte: OCPP 2.0.1 ist derzeit die am weitesten verbreitete und ausgereifteste Option.
  • Staatlich finanzierte Smart-City-Projekte oder langfristige Infrastrukturprojekte: OCPP 2.1 sorgt für eine stärkere Zukunftsfähigkeit.
  • Laden von Gewerbe- und Industrieanlagen (G&I) mit Energieintegration: OCPP 2.1 bietet Vorteile für fortgeschrittene Energieanwendungsfälle.

In vielen Fällen ist die Auswahl von Hardware, die bereits heute OCPP 2.0.1-konform ist und auf OCPP 2.1 aufgerüstet werden kann, die praktischste Strategie.

7. Häufige Herausforderungen bei der Implementierung von OCPP 2.0.1

Trotz seiner Vorteile ist die Implementierung von OCPP 2.0.1 nicht ohne Weiteres möglich. Häufige Herausforderungen sind:

  • Teilweise oder inkonsistente Unterstützung der Backend-Plattform
  • Erhöhte Hardwareanforderungen für die sichere Verarbeitung
  • Komplexität der Aufrüstung älterer OCPP 1.6-Ladegeräte
  • Interoperabilitätstests zwischen Ladegerät und CSMS

Technischer Einblick: Gerätemodell – Von der „Black Box“ zum digitalen Zwilling

Der Übergang von einem „Black-Box“-Modell (OCPP 1.6) zu einem strukturierten Gerätemodell (OCPP 2.0.1) stellt den größten Fortschritt für die Betriebseffizienz dar. Durch die Definition der Hardware über Komponente → Variable → Attribut erhalten die Bediener einen umfassenden Einblick in ihre Anlagen. Dies ermöglicht vorausschauende Wartung – beispielsweise die Erkennung eines defekten Lüfters, bevor dieser ausfällt – und kann die Betriebs- und Wartungskosten durch verbesserte Zustandsberichte potenziell um über 301.000 Tonnen senken.

Für eine erfolgreiche Implementierung sind neben der Einhaltung des Protokolls auch technische Erfahrung, Testmöglichkeiten und langfristiger Firmware-Support erforderlich.

8. Worauf Sie bei einem OCPP 2.0.1-konformen Ladegerät achten sollten

Bei der Auswahl von OCPP 2.0.1-konformen Ladegeräten sollten Käufer mehr als nur die Erfüllung der Protokollvorgaben berücksichtigen. Wichtige Aspekte sind:

  • Native OCPP 2.0.1-Implementierung (keine oberflächliche Anpassung)
  • Sichere Firmware-Aktualisierung per Fernzugriff
  • ISO 15118 Bereitschafts- und Zertifizierungsfahrplan
  • Bewährte Interoperabilität mit mehreren Backend-Plattformen
  • Eigene Controller- und Softwareentwicklungskapazitäten

Ladegeräte mit integrierter Protokollsteuerung bieten eine höhere Stabilität und eine schnellere Anpassung an sich entwickelnde Standards.

9. OCPP 2.0.1 / 2.1 Häufig gestellte Fragen

  • Ist OCPP 2.0.1 verpflichtend? In einigen Märkten ist es nicht gesetzlich vorgeschrieben, wird aber bei öffentlichen und groß angelegten kommerziellen Projekten zunehmend gefordert.
  • Können OCPP 1.6-Ladegeräte auf OCPP 2.0.1 aufgerüstet werden? In einigen Fällen ja, aber Hardware- und Sicherheitsbeschränkungen erschweren oft die vollständige Einhaltung.
  • Ist OCPP 2.1 abwärtskompatibel? OCPP 2.1 ist als Weiterentwicklung von OCPP 2.0.1 konzipiert, die Backend- und Ladegerätunterstützung muss jedoch noch überprüft werden.
  • Unterstützen alle Plattformen OCPP 2.1? Die Plattformunterstützung befindet sich noch im Aufbau, weshalb OCPP 2.0.1 bis heute die dominierende Wahl bleibt.

10. Zukunftsaussichten: Warum OCPP 2.0.1 die neue Basislinie ist

OCPP entwickelt sich von einem Kommunikationsprotokoll zu einem grundlegenden Rahmenwerk für die Interoperabilität der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. Zukünftige Entwicklungen werden OCPP zunehmend mit folgenden Systemen verbinden:

  • ISO 15118-20 (bidirektionales Laden und fortschrittliche EV-Kommunikation)
  • IEC 63110 (Integration von Ladeinfrastruktur und Energiemanagement für Elektrofahrzeuge)
  • Netzdienstleistungen, Laststeuerung und dezentrale Energieerzeugungsanlagen (DERs)

Wie sich dieses OCPP-Portal weiterentwickeln wird: Dieses OCPP-Standardportal wird kontinuierlich aktualisiert, um neue Versionen, den Status der Backend-Plattformnutzung und regulatorische Anforderungen zu berücksichtigen. Indem OCPP 2.0.1 als dynamischer Standard betrachtet wird, können die Beteiligten im globalen Ökosystem der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge zukunftssichere und robuste Infrastrukturentscheidungen treffen.

Das EVB-Portfolio umfasst AC- und DC-Ladegeräte für Elektrofahrzeuge sowie kommerzielle Energiespeichersysteme.

EVB EV-Ladegerätserie


Häufig gestellte Fragen (OCPP-Standards)

Wer definiert und pflegt den OCPP-Standard?

OCPP wird von der Open Charge Alliance (OCA), einem internationalen Konsortium von Betreibern von Ladeinfrastruktur, Hardwareherstellern, Softwareanbietern und Energieversorgern, definiert und gepflegt.

Worin besteht der Unterschied zwischen OCPP 2.0.1 und OCPP 2.1?

OCPP 2.0.1 konzentriert sich auf Sicherheit, Geräteverwaltung und die Unterstützung von ISO 15118-2. OCPP 2.1 erweitert dies um die Angleichung an ISO 15118-20, bidirektionales Laden (V2X) und eine tiefere Integration dezentraler Energieerzeugungsanlagen.

Ist OCPP 2.1 abwärtskompatibel mit OCPP 2.0.1?

Es ist auf funktionaler Ebene rückwärtskompatibel konzipiert, jedoch variieren Zertifizierungsprogramme und Hardwareunterstützung.

Wie lässt sich OCPP in ISO 15118 integrieren?

OCPP steuert die Kommunikation zwischen Ladegerät und Backend, während ISO 15118 die Interaktion zwischen Elektrofahrzeug und Ladegerät regelt. Gemeinsam ermöglichen sie Plug & Charge durch koordinierte Autorisierung und Zertifikatsverwaltung.

Ist OCPP durch Vorschriften wie AFIR oder NEVI vorgeschrieben?

Auch wenn es nicht immer explizit namentlich vorgeschrieben ist, ist es der faktische Interoperabilitätsstandard, der erforderlich ist, um die Kriterien der „offenen Architektur“ des EU-AFIR-Programms und des US-NEVI-Programms zu erfüllen.

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